26. Jan 2010  •  Manfred Haberer  •  Kategorie: MAST  

Zu den häufigsten Erregern, die bei Schweinen zu einer Lungenerkrankung führen, gehört Actinobacillus pleuropneumonie (APP). Dieser Erreger ist weltweit verbreitet und kommt vor allem in Ländern mit intensiver Schweinehaltung vor.

APP wird über den Luftweg übertragen sowie durch direkten Kontakt. Die Ansteckung von Tier zu Tier erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Begünstigt wird diese Übertragung durch Aufstallungen mit Gitterwänden, Wechselbuchten und Kotgängen oder durch häufiges Verstellen der Tiere während der Mastperiode.

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    18. Dez 2009  •  Manfred Haberer  •  Kategorie: MAST  

Im Jahre 1918 herrschte eine verheerende humane Grippepandemie. Zeitgleich wurde in den USA eine Schweineerkrankung mit nahezu identischer Symptomatik beobachtet und infolge als „Schweineinflunza“ bezeichnet. Bis heute wurde die Schweinegrippe auf nahezu allen Kontinenten beschrieben. 1984 konnte das Virus H1N1 erstmals in Österreich isoliert werden (BÜRKI et al., 1985).

Für die exakte Bezeichnung von Grippeviren werden entsprechend der WHO seit 1980 neben der Typenbezeichnung auch die Wirtspezies, der geographische Ort der Isolierung, eine fortlaufende Labornummer, das Jahr der Isolierung und die Oberflächenantigenstruktur angegeben. Der Erreger der klassischen Schweinegrippe trägt demnach die Oberflächenantigenformel H1N1. Die genaue Bezeichnung des Erstisolates aus dem Jahre 1930 lautet: A/swine/Iowa/15/30 (H1N1). Weiterlesen…

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    24. Sep 2009  •  Elisabeth Sablik  •  Kategorie: MAST  

Sau im Kastenstand

Im Kastenstand eingepfercht kann die Mutter ihre Ferkel nicht richtig pflegen

In Freiheit sind Ferkeln 4 Monate bei ihrer Mutter, zuerst abseits der Gruppe und dann im Gruppenverband, es entsteht eine sehr innige Beziehung zwischen der Mutter und ihren Kindern. Die kleinen Schweine lernen viel von der Mutter und ihrem sozialen Gefüge.

In der Intensivtierhaltung sieht das alles anders aus. Die Ferkel werden schon nach 3 bis 4 Wochen von der Mutter getrennt und kommen in die sogenannte Vormast. In der Vormast und auch später in der Endmast werden die Schweine in Gruppen gehalten. Bereits mit nur etwa einem Monat sind die kleinen Tiere ganz auf sich alleine gestellt. Die Mutter hatte ihnen, eingesperrt in ihrem Abferkelgitter, zwar nicht viel helfen, ihre Kinder nicht beschnüffeln, lecken oder liebkosen können, , aber sie war zumindest in der Nähe.

Wie schaut das restliche Leben in der Mast aus?

Vollspaltenböden

Unser zuhause für die nächsten vier Monate

Vollspaltenböden erfüllen für ein Schwein keine seiner Bedürfnisse - sie dienen ausschließlich der Arbeitserleichterung für den Mastbetrieb.

Vollspaltenböden sind für die Intensivtierhaltung extrem praktisch – sie sind gleichzeitig auch Entmistungssystem. Der Kot und der Urin sollen durch die Spalten abfließen oder von den Tieren selbst durch die Spalten getreten werden. Die Exkremente sammeln sich direkt unter den Schweinen in einem Güllekanal. Dies stellt für die feinen Nasen der Schweine eine extreme Belastung dar. Schweine haben eine ebenso sensible Nase wie Hunde, niemand in Österreich würde einem Hund so ein Leben zumuten, bei den Schweinen ist es den ÖsterreicherInnen anscheinend egal.. Als zusätzliche Belastung beim Vollspaltenboden kommt die Schadgasentwicklung (Ammoniak) hinzu. Diesen Gasen sind die Schweine ständig ausgesetzt, was häufig zu Atemwegsentzündungen führt.

85,5% der Mastschweine in Österreich leben auf Vollspaltenböden!

Beschäftigungsmaterial

Ein Ferkel wird kastriert

Männliche Ferkel werden in den ersten sieben Lebenstagen ohne Betäubung kastriert

Eigentlich sollte es laut Gesetz in allen Betrieben Beschäftigungsmaterial geben, damit die Schweine – höchst intelligente Lebewesen – etwas zum Spielen haben (gerade bei den noch jungen Ferkeln sehr wichtig). Doch in vielen Betrieben gibt es kein Spielzeug. So wie kleine Kinder gerne spielen, spielen auch kleine Ferkel gerne, doch womit, wenn sie auf kahlem Betonboden stehen? So beginnen sie sich oft mit den Schwänzen der anderen Leidensgenossen zu beschäftigen, knabbern daran, oft beißen sie auch in die Ohren und in die Flanken der anderen Schweine. Dies kann bis zum Kannibalismus führen.

Um dies zu vermeiden, werden die Schwänze der Ferkel häufig schon in den ersten Tagen abgeschnitten. Diese äusserst schmerzhafte Prozedur wird vom Landwirt selbst, ohne Narkose, Schmerzmittel und Nachbehandlung durchgeführt. In Österreich ist dieser Eingriff zwar als prophylaktische Masznahme nicht erlaubt, wird aber oft prophylaktisch durchgeführt. Aber selbst bei gekürzten Schwänzen tritt auf Grund der unerträglichen Langeweile oft noch immer das gleiche Verhalten auf.

Mittlerweile gibt es in einigen Betrieben Beschäftigungsmaterial, meist Eisenketten oder Holzstangen. Doch da Schweine bekanntlich höchst intelligent sind, wird ihnen dieses eintönige, nicht veränderbare Spielzeug bald langweilig. Das beste Beschäftigungsmaterial wäre organisches Material wie zum Beispiel Stroh. Schweine können darin wühlen, sich ein Nest bauen, es essen, es knabbern. Aber Stroh gibt es in den wenigsten Betrieben, da es mit dem Entmistungssystem (Vollspaltenboden) nicht kompatibel ist, es verstopft die Spalten und das Entmistungssystem funktioniert nicht mehr. Dem Betrieb ist die wirtschaftliche Effizienz wichtiger als das Wohl der Tiere.

98,7% der Mastschweine leben ohne Stroheinstreu!
80,3% aller Schweine haben kein Beschäftigungsmaterial!

Platzangebot

Ein weiteres Problem in der Mast ist das mangelnde Platzangebot. Selbst der gesetzlich vorgeschriebene Platz , 0,7m² für ein 110kg Schwein, ist lächerlich: wenn ein 100kg Schwein sich seitlich hinlegt, und die Beine ausstrecken möchte, benötigt es 1m², laut Gesetz sollen dafür 0,7m² reichen.
Schweine, die in Freiheit leben, teilen sich ihren Lebensraum in drei Bereiche: einen Schlafplatz, einen Kotplatz und einen Bereich wo sie mit Nahrungssuche und Nahrungsaufnahme beschäftigt sind. In der Intensivtierhaltung ist das den Schweinen unmöglich. Sie vegetieren auf so engem Raum, dass sie am gleichen Platz aufs Klo gehen, essen und schlafen müssen!

Medikamente

In der Mast bekommen die Tiere viele Medikamente, da sie sonst in der Intensivtierhaltung nicht überleben würden. Gerade durch den Gestank und die Ammoniakbildung der Exkremente, die die Tiere durchgehend einatmen, haben fast alle Tiere Atemwegsbeschwerden, sie husten, schnupfen, einige haben sogar Asthma. Nur durch Zuführung von Medikamenten können die Tiere am Leben gehalten werden.

In 100% der Betriebe gibt es Medikamente!

Unter diesen katastrophalen Bedingungen müssen Schweine – und so auch X15 – dahinvegetieren, bis sie ihr Schlachtgewicht erreicht haben.

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    14. Sep 2009  •  Manfred Haberer  •  Kategorie: MAST  

X15 in der Ferkelaufzucht

Für X15 hat nun die letzte Periode in seinem Leben begonnen. Er wiegt 32 kg und wird ab jetzt als Mastschwein bezeichnet. Unter Mastschweine versteht man zur Schlachtung bestimmte Schweine vom Alter von 10 Wochen bis zur Schlachtung.

Zuvor sollte der Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Betrieb erklärt werden. Bei einem offenen Mastbetrieb werden Ferkel von mehreren Ferkelerzeugern gekauft, somit ist das Infektionsrisiko sehr hoch. Ein geschlossener Betrieb kauft keine Ferkel zur Mast dazu, sondern produziert sie selbst. Damit ist die Infektionsquelle relativ gering, d. h. dass der Einsatz von Medikamenten in solchen Betrieben ebenfalls sehr gering ist. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Ferkel bereits von Geburt an mit der stallspezifischen Keimflora auseinander setzen, während bei  Zukauf von Tieren sich die Keimflora für die Neulinge ändert und sie bereits bei Ankunft meistens schon prophylaktisch behandelt werden müssen.

Grundsätzlich werden Mastschweine gegen Mykoplasmen geimpft und des Öfteren entwurmt. Mykoplasmen sind Erreger, die eine Lungenentzündung verursachen können. Das Ziel eines jeden Mästers ist es, so wenige Medikamente wie möglich einzusetzen. In der Praxis ist es oft nicht möglich, ohne Medikamenteneinsatz das Tier bis zum gewünschten Mastgewicht (110 kg) am Leben zu erhalten. Mit einem sehr hohen Hygienestandart sowie eine gezielte Auswahl der Ferkelerzeuger ist der Einsatz von verschiedenen Antibiotika stark zu reduzieren.

Vor Ankunft bzw. Umsetzen der Mastläufer ist es wichtig, dass die Bucht in der die Tiere untergebracht, sehr gut gereinigt und desinfiziert wird. Bei Verwendung von Betonspaltenböden darf die Spaltenbreite von 18 mm und die Auftrittsfläche von 80 mm nicht unterschritten werden. Absetzferkel, Mastschweine und Zuchtläufer sind in Gruppen zu halten. Dabei muss einem Tier bis 30 kg eine benutzbare Bodenfläche von 0,30 m², einem Tier bis 50 kg eine Bodenfläche von 0,40 m² und einem Tier bis110 kg eine Fläche von 0,70 m² zur Verfügung stehen.

Steht den Tieren kein ständiger Zugang ins Freie zur Verfügung, müssen die Ställe Fenster oder sonstige offene oder transparente Flächen, durch die Tageslicht einfallen kann, im Ausmaß von mindestens 3 % der Stallbodenfläche aufweisen. Im Tierbereich des Stalles ist über mindestens acht Stunden pro Tag eine Lichtstärke von mindestens 40 Lux zu erreichen.

Schweine müssen ständigen Zugang zu ausreichenden Mengen an Materialien haben, die sie untersuchen und bewegen können (z. B. Stroh, Holz, Ball usw.).

Alle Schweine müssen ständig Zugang zu ausreichend Frischwasser haben. Sie müssen mindestens ein Mal pro Tag gefüttert werden. Bei der Gruppenhaltung liegt die Fressplatzgröße bei:

Gewicht

Fressplatzbreite

bis 30 kg

18,00 cm

bis 40 kg

21,00 cm

bis 50 kg

24,00 cm

bis 60 kg

27,00 cm

bis 85 kg

30,00 cm

bis 110 kg

33,00 cm

Für X15 heißt es nun fressen, schlafen und zunehmen an Körpergewicht. Da es sich beim Betrieb von X15 um einen geschlossenen Betrieb handelt, ist der Medikamenteneinsatz fast Null.

Bei Mastschweinen erfolgt die Verabreichung von Medikamenten fast ausschließlich über die Fütterung. Dadurch werden nicht nur kranke Tiere behandelt sondern auch gesunde. Die Behandlung mittels Injektionen ist sehr Zeitaufwendig und bei Betrieben mit mehreren 100 Mastplätzen fast nicht durchführbar. Einige Mastbetriebe setzen schon zur Prophylaxe Medikamente ein, um somit den Ausbruch einer  Krankheit zu verhindern.

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    31. Aug 2009  •  Michael Hartl  •  Kategorie: interviews  

Der wissenschaftliche Berater der Tierrechtsgruppe PETA, Dr. Edmund Haferbeck, bezieht für PETA zum Thema Schweinehaltung Stellung. In diesem Interview sprachen wir über die Mast, die verschiedenen Haltungssysteme und den hohen Mediekamenteneinsatz in der industrialisierten Tiernutzung.

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