Die Schlachtung von X15 aus Sicht der industriellen Tiernutzung

Vergangenen Donnerstag war es soweit. X15 ist wie seine Geschwister und andere Artgenossen unterschiedlicher Altersstufen geschlachtet worden. X15 wurde als Einzeltier transportiert. Somit konnte der Stressfaktor während des Transportes sehr stark reduziert werden. Außerdem wurde als Einstreu Stroh verwendet und somit für X15 eine gute Ablenkung geschaffen, da X15 das erste Mal mit Stroh in Berührung kam. Am Schlachtbetrieb angekommen, wurde X15 einer Lebenduntersuchung durch den zuständigen amtlichen Tierarzt unterzogen. Da X15 keine Krankheitssymptome bzw. pathologische Auffälligkeiten aufwies, wurde die Schlachtung von X15 freigegeben.

X15 wollte zunächst den Transporter gar nicht verlassen, da ihm sein neues Spielzeug (Stroh) sehr zu gefallen schien. Nach kurzem Zuspruch verließ X15 den Transporter und ging zielstrebig in den Schlachtraum. Dort angekommen, warteten bereits die zwei Fleischhauer. X15 wurde zum Schutz des Tieres sowie zum Schutz der dort arbeitenden Personen mit einem Strick am Oberkiefer fixiert, wodurch der Bolzenschuss gezielt angebracht werden konnte. Mit Hilfe des Bolzenschusses wird das Tier betäubt. Danach ist X15 an einem der Hinterextremitäten fixiert worden, um ihn hochziehen zu können. Grund dafür ist, dass Schweine nur im Hängen gestochen werden dürfen, da das Blut in einem Schwall austreten muss, damit das Entbluten so rasch wie möglich erfolgt. Dauer des Entblutens liegt bei 1,5 bis 2 Minuten. Nach dem Entbluten wurde X15 von seien Borsten befreit und anschließend wurde Bauch- und Brustraum eröffnet, um sämtliche Organe zu entfernen. Leber, Lunge und Herz sowie Nieren und Milz wurden vom amtlichen Tierarzt auf Tauglichkeit untersucht. Nachdem X15 halbiert und Rückenmark sowie Gehirn entfernt wurde, ist eine sogenannte Schlachtkörperuntersuchung durchgeführt und nach Vorliegen des Trichinenbefundes der Tauglichkeitsstempel angebracht worden.

Es gibt drei erlaubte Betäubungsmöglichkeiten bei Schweinen:
Bolzenschuss, Elektrozange, Gas

X15 wurde wie bereits oben erwähnt mittels eines Bolzenschusses betäubt. Trotz richtiger Stelle des Einschusses sowie richtiger Kartuschenstärke, zeigte X15 heftige Abwehrreaktionen. Die Verwendung eines Bolzenschussapparates für die Betäubung ist gesetzlich erlaubt. Sehr oft musste ich beim Einsatz eines solchen enorme Abwehrreaktionen der Schlachttiere feststellen. Deswegen versuche ich, während meiner Dienstzeit diese Art der Betäubung so gut wie nie zum Einsatz zu bringen.

    Kategorie: SCHLACHTUNG  |  Tags: ,

    • X15

      @ manfred, das ist alles nur bla, bla, bla

      kennst du dich überhaupt aus?

    • carmen

      darf man den tierarzt auch eine frage stellen?