pig-vision und X15

Unser Projekt hält nun bei Halbzeit – vor vier Monaten wurden X15 und JACKPOT geboren, in etwa drei Monaten wird die Zeitspanne um sein, die unsere Gesellschaft einem Schwein zu leben gönnt.
Eine gute Gelegenheit also zu einem kurzen Rückblick, einer Besinnung auf die Motivation von uns, den Initiatoren, und von euch, den Begleitern von PIG-VISION; eine Gelegenheit auch, über X15 zu sprechen, ein sehr emotionales Thema, dass bereits heftig diskutiert wird, wobei auch einige Vorwürfe gegen uns laut werden.

Thomas & Campo

Thomas & Campo

Ziel von PIG-VISION ist, durch Dokumentation von Fakten Menschen dazu zu motivieren, sich gewaltfrei zu ernähren.
Zu diesem Zweck haben wir bewusst in das Leben EINES EINZIGEN Ferkels eingegriffen, haben es, wenn man es kritisch sehen möchte, „instrumentalisiert“, und auf einen Gnadenhof gebracht, wo es sein Leben verbringen wird. Wir haben diese Aktion nicht leichtfertig gesetzt, auch den mit dem Transport verbundenen Stress in Kauf genommen, in der Überzeugung, dass wir, trotz der Instrumentalisierung für unseren Zweck, letztlich im Interesse dieses Tieres handeln. Dieses Ferkel ist JACKPOT.
Darüber hinaus haben wir in KEINES einzigen Tieres Befindlichkeit eingegriffen, auch keine Verantwortung übernommen. Wir haben allerdings sehr wohl DOKUMENTIERT. Wir haben die Fratze der Schweinezucht hinter den Mauern der Tierausbeutung auf die Bildschirme gebracht. Wir haben, um die Dramatik dieser Realität noch zu verdeutlichen, einer anonymen „Produktionseinheit“ für diese Doku einen Namen gegeben, den Namen X15.
X15 „gehört“ nicht uns, sondern dem Mastbetrieb, wie auch seine zahllosen Artgenossen, und er wird auch durch die Erlaubnis des Schweinemästers, uns in seinem Betrieb filmen zu lassen, nicht „unser Schwein“, über dessen Schicksal wir bestimmen könnten.
Wir zeigen schlichtweg, was jedes Jahr, alleine in Österreich, 5 Millionen mal geschieht, verursacht durch das Konsumverhalten unserer Bekannten, Verwandten und Freunden, und wir zeigen es bis zum bitteren Ende.
Wenn uns jemand diesen konsequenten Blick auf die Realität zum Vorwurf machen möchte, so hieße das nur „den Boten zu prügeln“, eine bekannte Reaktion auf ohnmächtige Verzweiflung, aber vollkommen sinnlos.

Es ist, zumindest im großen Zusammenhang, auch sinnlos, sich über Rettungsmöglichkeiten für X15 den Kopf zu zerbrechen. Glaubt ihr wirklich, ihr könntet dann zufrieden einschlafen, während wir am nächsten Tag die Kamera auf X15’s Bruder, oder auf X16 oder X2501 richten?
Sinnvoll wäre es vielmehr, das aufklärerische Potential dieser Kampagne zu nutzen, sie möglichst vielen Fleischfressern vor Augen zu halten, Eltern, Lehrern, Medien, etc. Ich weiß schon, dass nicht viele Menschen sich so etwas freiwillig ansehen, und die meisten von euch wahrscheinlich ohnehin selbst Veggies sind; aber manchmal erwischt man „Fleischos“ doch im richtigen Moment, vielleicht weil sie den Ansatz originell finden, oder die Bilder herzig oder ihnen einfach langweilig ist.

Unser Anspruch ist nicht, mit PIG-VISION die Welt zu verbessern, Spenden zu sammeln oder berühmt zu werden. Wir wollen euch einfach ein weiteres Werkzeug zur Verfügung stellen, mit dem ihr Überzeugungsarbeit leisten könnt, mit dem ihr es immer mehr Menschen unmöglich macht zu sagen „wir haben es nicht gewusst“.

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    • Dieser Ansatz kann aber auch schnell nach hinten losgehen. Es ist nur eine Frage der Gewöhnung ob jemand einer Schlachtung beiwohnen kann oder nicht.

      Zusammen mit der Lüge „Fleisch ist wichtig“ wird der Blutkult als völlige Notwendigkeit gesehen. Was daraus beispielsweise erwachsen kann, ist ein ähnliches Bewusstsein, wie dass der Anhänger von Bio und Demeter- Fleisch.

      Es dem Tier „gut gehen lassen“ um es dann zu essen…

      In diesem Sinne sollte wirklich, dass Tier gerettet werden, weil A: der Zugriff besteht und B: es auch ein gutes Beispiel darstellt.

      Bilder von Schlachtungen gibt es noch genug!

      Und ich möchte an die Macht der Suggestion erinnern. Wenn wir als Tierschützer Schlachtungen als etwas „Normales“ hinstellen, und es nicht verhindern, verbreiten wir Schlachtungen als exestierendes Ereignis, anstatt selbiges zu bekämpfen.

      Gerade aufgrund des letzten Absatzes muss ich fragen, ob hinter diesem Projekt nicht die Fleischlobby steckt, die auf subtile Art und Weise für sich werben will.

      Schlachtungen und Fleischkonsum sind aus dem Gedächtnis zu streichen!

      Liebe Grüße