30. Jun 2009  •  Michael Hartl  •  Kategorie: GEBURT  

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    29. Jun 2009  •  Elisabeth Sablik  •  Kategorie: GEBURT  

Schon eine Woche vor der Geburt von X15 und X11 kam das Mutterschwein in eine sogenannte Abferkelbucht. Dort sperrt man sie in ein „Abferkelgitter“, ein körpergroßes Metallgitter. Dieses Metallgitter – 65 cm breit und 190 cm lang- ist wahrhaftig ein Gefängnis – gerade so groß wie das Schwein selbst. Derart eingezwängt, muss sie ihre Kinder zur Welt bringen – auf nacktem Betonboden und eingepfercht in ein Gitter.

In freier Natur bauen Schweinemütter große bequeme Nester, um dort eingebettet die Babies zu Welt zu bringen. Dazu heben sie zunächst eine Grube aus und tragen dann Unmengen an Ästen und weichem Material für das Nest zusammen. In österreichischen Schweinebetrieben, so wie auch in dem hier dokumentierten Betrieb, gibt es keine Möglichkeit ein Nest zu bauen. Das wäre ja nicht „wirtschaftlich“, aus der Sicht des Züchters. Trotzdem zeigen die Schweine oft Nestbauverhalten, d.h. sie graben oder kratzen mit den Beinen am Boden. Aber diesem Grundbedürfnis können die Mutterschweine in herkömmlichen Betrieben nicht nachgehen.

Wenn die Ferkel zur Welt kommen, ist es der von Natur aus sehr fürsorglichen Mutter daher auch unmöglich, sich um ihre Babies zu kümmern. Eingezwängt liegt sie in dem Gitter, kann sich nicht rühren. Die Ferkel können unter den Metallstangen zum Gesäuge der Mutter kommen. Die industrielle Tierhaltung befürchtet, dass ohne Abferkelgitter die Mutter eines der Kinder totbeißen oder beim Niederlegen zerdrücken könnte. Was kein Wunder wäre, bei dieser Haltung! In freier Natur, bei ausreichend Platz und einer wirklichen Beziehung zwischen Mutter und Kind passiert das jedenfalls erwiesenermaßen nicht.

Aber es geht hier, bei genauerem Hinsehen, ja auch wiederum nur um wirtschaftliche Produktion, um Kostenminimierung und Gewinnmaximierung, das Wohl der Tiere ist zweitrangig.

Im Video von der Geburt sieht man deutlich diese Kosten/Nutzenrechnung: Die Ferkel werden geboren und liegen sofort auf dem Vollspaltenboden, am kalten nackten Beton – und die Mutter kann ihnen nicht helfen. Die Mutter möchte Kontakt zu ihren Kindern, sie beschnuppern, lecken, aber all das bleibt ihr verwehrt.

Gruppenhaltung
In dem Betrieb, in dem X15 und X11 zur Welt gekommen sind, dürfen die Muttersauen zeitweilig in einer Gruppenhaltung leben. Ab 2013 ist die Gruppenhaltung von Sauen in Österreich durch das Gesetz sogar für alle Betriebe vorgeschrieben.

Aber was bedeutet diese scheinbare Verbesserung wirklich?
Da es weiter verschiedenste Ausnahmen geben wird, bedeutet dies im Endeffekt, dass sich das Zuchtschwein in einem Zyklus von Geburt bis zur nächsten Geburt 11 Wochen frei bewegen darf, aber 9 Wochen noch immer ihr tristes Dasein im Kastenstand fristet. Fast die Hälfte ihres Lebens werden die Zuchtschweine also auch weiterhin in Einzelhaltung, in einem Gitter eingepfercht leben müssen.

Bei der hitzigen Diskussion über diese sogenannten Verbesserungen, gegen den massiven Widerstand der Landwirtschaft geht oft die zentrale Frage unter:

Was, außer das Recht des Stärkeren, lässt uns diese intelligenten, freundlichen Lebewesen zu reinen, gequälten Geburtsmaschinen degradieren?

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    29. Jun 2009  •  Manfred Haberer  •  Kategorie: GEBURT  

Die Mutter von X15, sowie deren Artgenossen, wurden in dem dokumentierten Betrieb vier Wochen nach dem Decken in Gruppen gehalten. Diese Gruppenhaltung endete eine Woche vor der bevorstehenden Geburt. In Betrieben, in denen weniger als 10 Sauen gehalten werden, dürfen die werdenden Muttersauen für diesen Zeitraum einzeln gehalten werden. Voraussetzung dafür ist, dass sie sich in ihrer Bucht ungehindert umdrehen können.

Die benutzbare Bodenfläche ist für jedes Tier in einer Gruppenhaltung genau definiert. Bei einer Gruppe bis zu 5 Tieren, schreibt das Gesetz für eine Jungsau 1,85 m² und eine Altsau 2,50 m² vor. Bei größeren Gruppen (über 40 Tiere) reduziert sich diese Fläche sukzessive um fast 20%.

Werden die werdenden Muttertiere einzeln gehalten, dann beträgt das Mindestmaß für eine Jungsauenbucht 1 m².

Eine Woche vor dem Geburtstermin wurde die Mutter von X15 in eine sogenannte Abferkelbucht verlegt. Dort bleibt sie während der gesamten Säugezeit, d.h. bis zum Absetzen der Ferkel. Unter Absetzen der Ferkel versteht man das Trennen der Ferkel vom Muttertier. Die Abferkelbuchten müssen so gestaltet sein, dass die Ferkel ungehindert gesäugt werden können. Bei den meisten Abferkelbuchten ist das Muttertier in einem sogenannten Kastenstand eingesperrt. Hinter dem Kastenstand muss aber genügend Platz frei sein, um ein selbständiges oder unterstütztes Abferkeln zu ermöglichen. Weiters sollte der Kastenstand so konzipiert sein, dass sich die Ferkeln beim Aufsuchen der Zitzen bzw. Kontaktaufnahme mit dem Muttertier nicht verletzen können. Die Mindestfläche der Abferkelbuchten einschließlich des Liegenestes beträgt bei Saugferkel je nach Körpergewicht 4 m² bis 5 m² pro Muttersau.

Im Durchschnitt liegt die Ferkelzahl bei 10 Tieren pro Geburt. Die ersten Anzeichen der bevorstehenden Geburt sind Veränderungen im Vulvabereich des Muttertieres, die etwa eine Woche vor der Geburt auftreten. Der Bereich um die Vulva zeigt eine teigige (=ödematöse) Anschwellung. Ca. sechs Stunden vor der Geburt des ersten Ferkels, setzt reichlicher Milchfluss ein. 24 Stunden vor der bevorstehenden Geburt wird das Muttertier sehr unruhig. Sie zeigt häufigen Lagewechsel sowie Nestbauverhalten. Ungefähr eine Stunde vor der Geburt des ersten Ferkels wird eine Seitenlage eingenommen.

Die Geburt von X15 beginnt am 26.06.2009 um 7.15 Uhr. X15 kommt als drittes Ferkel auf die Welt. Sein Körpergewicht beträgt 1.530 Gramm. Sofort nach der Geburt beginnt er mit seinen ersten Gehversuchen. Zunächst muss sich X15 von der Nabelschnur, die nahe der Plazenta abreißt, trennen. Danach beginnt er bereits seine Umgebung zu erkunden.

Die Mutter von X15 versucht – soweit ihre fixierte Lage es erlaubt, ihre Ferkel in Sichtweite zu haben. Während der Geburt sollte die betreuende Person anwesend sein, um bei Komplikationen sofort Hilfe zu leisten, bzw. den betreuenden Tierarzt zu verständigen. Es ist wichtig, dass jedes Ferkel so rasch wie möglich Kolostrum trinkt. Kolostrum ist ein unmittelbar nach der Geburt von der Milchdrüse abgegebenes Sekret, das höheren Gehalt an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen sowie Leukozyten besitzt. Die Aufnahme von Immunglobulinen aus dem Kolostrum ist für eine passive Immunisierung der Ferkel von großer Bedeutung. Wichtig ist auch das Vorkommen von Antikörpern gegen stallspezifische Infektionserreger.

Bereits morgen beginnt für X15 und seine Geschwister der Ernst des Lebens.

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    28. Jun 2009  •  Michael Hartl  •  Kategorie: GEBURT  

Die ersten Fotos der jungen Ferkel sind seit nicht mal zwei Tagen online und wurden allein auf Flickr schon über 200 Mal angeklickt. Darum gibts heute Nachschub mit den nächsten 10 Bildern.

Ferkel säugt

Ferkel in der Schweinezucht

Ferkel auf Spaltenboden

Weitere Fotos der frisch geborenen Schweinchen gibts auf Flickr.

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    27. Jun 2009  •  Michael Hartl  •  Kategorie: GEBURT  

Am 26. Juni in aller früh kamen neun Ferkel zur Welt. Gestern gab es die ersten Fotos, jetzt zeigen wir einen Ausschnitt aus den Video-Aufnahmen.

Zwei dieser Ferkel werden wir länger intensiv begleiten. Wir nennen sie X 11 und X 15 – beides Geschwister, eben erst auf die Welt gekommen.

X 15 wird sein Leben in einer gewöhnlichen österreichischen Schweinemastanlage verbringen.
X 11 wird dagegen nach den ersten Wochen bei seiner Mutter auf einen Gnadenhof ziehen und dort aufwachsen.

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    26. Jun 2009  •  Michael Hartl  •  Kategorie: GEBURT  

Heute früh war es so weit: Die kleinen Ferkel sind auf die Welt gekommen. Hier nun die ersten Fotos der neun Geschwister:

Sau im Kastenstand

Ferkel säugen

Ferkel auf Spaltenboden

Weitere Fotos der frisch geborenen Schweinchen gibts auf unserer Flickr-Seite im Album “Die ersten Wochen”.

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    22. Jun 2009  •  Michael Hartl  •  Kategorie: news  

Seit etwas mehr als einem Monat sind wir nun online. Diese Woche werden die Ferkel auf die Welt kommen – und damit das Leben von X11 und X15 beginnen. Wir werden ab dann regelmäßig über die beiden berichten und sie begleiten, bis X15 den Weg gegangen sein wird, den in unserer Gesellschaft fast jedes Nutztier früher oder später gehen muss.

Allein in diesen paar Wochen haben wir schon zahlreiches Feedback bekommen, von dem ich hier nun einen kleinen Auszug zitieren möchte:

[I]ch unterstütze diese Kampagne so gut ich kann. Schweine sind sehr liebenswürdige und sensible Geschöpfe, die unser aller Unterstützung und Respekt verdient haben.
Rainer Keil

Ich war schon immer der traurigen Meinung, dass Bilder wie z. B. aus “Earthlings” – auch wenn sie schon viele Jahre alt sind und aus Amerika kommen – leider nicht ihre Aktualität verloren haben. [...] Auch wenn ich mir wünschen würde, dass lieber die heile Welt, wie sie gewisse Freunde wahr haben wollen, Wirklichkeit wäre.
Katharina L.

Schweine sind liebenswürdige Tiere. Und nachdem Schweinefleisch und Würste auch gar nicht gesund sein sollen, esse ich (nun seit fast einem Jahr) auch nichts mehr davon. Mögen sich die Schweine nur fröhlich im wunderbaren Schlamm wälzen können.
Anita Hoffmann

[W]enn man ein Verständnis für die Tiere hat, erkennt und lernt, daß jedes Tier ein Individuum ist mit einer eigenen Persönlichkeit, das Empfindungen hat – dann ist schon sehr viel gewonnen.
Kirsten Schulitz

Schweine sind sehr intelligente Tiere. Enge Boxen, große Gruppen, der Tiertransport erzeugen bei Ihnen Stress. Sie ähneln da uns Menschen sehr. Durch Stress können sie einen Herzinfarkt erleiden. Deshalb unterstütze ich diese Kampagne.
Doris Von Der Ropp

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    18. Jun 2009  •  Michael Hartl  •  Kategorie: news  

Unsere Kampagne wird mittlerweile schon von verschiedensten Menschen unterstützt. DANKE allen UnterstützerInnen dafür!

Auch Nina Georgiev ist eine unserer Unterstützerinnen und wollte als Comic-Zeichnerin auch einen Beitrag leisten. Sie wird von Zeit zu Zeit kurze Comics für pig vision zeichnen.

Comic, der zeigt, wie unsere Unterstützerin Nina Georgiev die Schweinethematik sieht.

Comic, der zeigt, wie unsere Unterstützerin Nina Georgiev die Schweinethematik sieht.

Werde auch Du ein Teil von pig vision!

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    15. Jun 2009  •  Michael Hartl  •  Kategorie: interviews  

Im ersten Video-Interview für pig-vision erzählt Elisabeth Sablik wie sie und der Verein gegen Tierfabriken zur heute üblichen Form der Schweinehaltung stehen. Und wie es besser gemacht werden könnte.

Eine ausführliche Version des Interviews findest Du in unserem YouTube-Channel.

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